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… von Rosen und Hexen …

Tag 15: bis Barrowford, vor Top Lock, ca. 6.5 Meilen, 3 Locks. 1 Tunnel. Wetter: sonnig, dem Wind ausgesetzt sehr kühl ansonsten schön warm (kurze Hosen und FlipFlop-Wetter – also wenn windgeschützt!).

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Wir starten mit den drei Locks und fahren dann gemütlich den ganzen Tag auf der höchsten Punkt des Kanals.

Einen letzten Blick auf die Hügel von Yorkshire.

Die Häuser und auch die Gärten werden einiges grösser. Die Felder und die Hügel bleiben schön grün.

Eine Ex-Brücke?

Wir überqueren die Grenze vom Gebiet der weissen Rose auf das Gebiet der roten Rose – von Yorkshire nach Lancashire. Zum Abschluss fahren wir noch durch den Foulridge Tunnel und halten vor dem Barowford 7er Flight. Wir wollen uns hier noch auf die Suche nach den Hexen machen.

Willkommen in Lancashire (irgendwie sehen die Schafe gleich aus.)

An unserem ersten Tag haben wir schon einmal hier übernachtet und da ist mir der Wegweiser zu diesem Pendle Heritage Centre aufgefallen. Vor zwei Wochen waren wir natürlich viel zu spät um diesem Zentrum noch einen Besuch abzustatten und da wir jetzt noch einmal daran vorbei kommen ist das die Gelegenheit.

Das kleine lokale Museum ist in einem Gebäude untergebracht, das seit seiner ersten Errichtung im 16. Jhd. einige Veränderungen durchgemacht hat. Und das ist auch schon die erste Geschichte: das Puzzle des um- und aufgebauten Hauses.

Das Park Hill Haus mit dem lokalen Museum.

Die zweite Geschichte oder eigentlich sind es mehrere ist eher überraschend: Pendle Hill (muss in der Nähe liegen) ist der Ort, wo der Gründer der Quäker seine Vision hatte; hier haben auch einige Methodisten-Gründer ihre ersten Predigten gehalten. Nicht gerade die Geschichten, die man erwartet, wenn man auf der Suche nach Hexen ist.

Ein Kräutergarten? Das passt.

Aber das war dann die dritte Geschichte: Im 17. Jhd. machte sich eine Frau auf im Dorf zu betteln. Der angetroffene Händler wollte ihr nichts geben, da verfluchte sie ihn. Den guten Mann traf sofort den Schlag und war gelähmt – wer wird beschuldigt? Eben. Dann wird es etwas wirr. Auf jeden Fall gibt sie zu, schuldig zu sein und nennt auch noch gerade genügend andere. Diese wiederum behaupten ebenfalls für diverse Tote, saure Milch und schales Ale zuständig zu sein. Ende der Geschichte: eine 80-jährige, blinde Frau stirbt im Gefängnis, vier Frauen werden erhängt und der einzige Mann – keine Ahnung was mit dem passierte. Zu dieser Geschichte kamen noch diverse andere: Familiengeschichten, Klostergeschichten … eben ein kleines lokales Museum mit viel liebevoll zusammengetragenem Krimskrams.

Wir geniessen einen weiteren Abend auf unserer ‹Terrasse›. Morgen erwartet uns der wärmste Tag, bevor das Wetter wieder normal ‹englisch› wird.

… man kann auch übertreiben …

Tag 2: bis Gargrave, nach Eastern Road Lock 31 (snows.passion.narrowest), ca. 13 Meilen, 13 Schleusen, 1 Tunnel 1,5 km lang. Wetter: zu Beginn leicht bewölkt bis sonnig, anschliessend leichter Nieselregen und zum Schluss Starkregen, kühl.

Wir starten so, dass wir pünktlich auf die halbe Stunde zum Foulridge Tunnel kommen. Alleine auf weiter Flur können wir die gut 20 Minuten lange Fahrt beim Umschalten auf Grün unter den Kiel nehmen. Die Durchfahrt ist von der Breite her komfortabel und mit einem Regenschirm bewaffnet auch angenehm. Die Decke ist überwachsen mit massenhaft Stalaktiten.

Danach führt die Fahrt weiter wieder durch sanfte Hügel und grüne Weiden. Vorbei an Kühen, Schafen und anderen Getieren bis zu den Greenberfieldlocks. Diese drei Locks – so haben wir geplant, sollten heute unsere einzigen sein.

Edwin, der Kapitän …
… und Edwin, der Matrose.
Kein Wunder herrscht hier Wassermangel, die Tore sind ziemlich undicht.

Wiederum mit Hilfe kommen wir gut durch und kurven dann weiter Richtung East Marton – nicht gerade ein schöner Anblick – das erste was wir sehen ist ein riesen grosser Misthaufen. Wir wollen unser Glück weiter vorne versuchen und fahren weiter. Das Weitervorne hat nur nicht so geklappt und nach ein paar scharfen Kurven mit wunderschöner Aussicht erreichen wir die nächste Flight! Black Newton Locks – es sind nur 6 Stück hintereinander. Phu … bis nach Gargrave sind es aber noch einmal vier Stück. Ziemlich erledigt mooren wir nach der letzten Schleuse. Unsere Kraft reicht noch gerade für ein üppiges Abendessen im alten Schwan.