… vo Hofdame u Hofnarre …

Da Stadtbesichtigungen bei tropischen Temperaturen alles andere als angenehm sind, starten wir heute ungewohnt früh. Hier in Heidelberg gibt es eine Audioführung, bei der wir von Liselotte von der Pfalz und Perkeo an die wichtigsten Orte in der Altstadt geführt werden. Lieselotte war die Tochter des Kurfürsten, der wirklich noch oben gelebt hat. Sie wurde mit Philip d’Orléans verheiratet. Als dann ihr Vater und auch ihr Bruder starben und das Erbe an einen anderen Familienzweig ging, nahm das ihr Schwager Ludwig XIV zum Anlass den Erbfolgekrieg zu starten. Wegen diesem Krieg ist das Schloss nun eine Ruine, da es von den Franzosen gesprengt wurde und auch in der Stadt haben sie so ziemlich alles niedergewalzt. Und Perkeo war der italienische Hofnarr von Kurfürst Karl Philipp.

Wichtig in Heidelberg ist natürlich die Universität, dafür steht der Sebastian-Münster-Brunnen. Das mit den Verbindungen scheint übrigens hier ihren Anfang genommen haben, da am Anfang die Studenten gemäss ihrer Herkunft in ‚Börsen‘ oder so eingeteilt wurden. Daraus wurden dann Burschenschaften. Und hier immer noch diejenigen mit dem Schmiss.

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Zum Schloss hoch kommt man heute zum Glück mit einer Standseilbahn! Es ist eine schöne Ruine, wie angeblich schon Mark Twain verlauten liess.

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Im englischen Flügel scheint es immer noch Theater zu geben und das Elisabethentor steht auch noch. Dieses Tor soll angeblich der Grossvater von Liselotte, der mit Elisabeth Stuart verheiratet war aus lauter Liebe in einer Nacht als Geburtstagsgeschenk errichtet haben.

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Das Tor zum Innenhof steht auch noch, daran ist auch noch der eiserne Torring. Angeblich soll das Schloss besitzen, wer den aufbringt. Auch eine Hexe soll es versucht haben, aber sie konnte ihn nur halb durchbeissen.

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Der Innenhof beherbergt noch einige wieder aufgebaute Bereiche. Eigentlich hätte es auch nach dem Erbfolgekrieg wieder aufgebaut werden sollen. Aber ein Blitzschlag machte den Versuchen ein Ende.

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Wir gehen natürlich noch zum Fass. Wirklich ein grosses Fass!

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Hat man das Gefühl, bis man um die Ecke blickt!  Etwas über 210’000 Liter soll es noch fassen können. Aber angeblich war es nie dicht. Oben in der Decke ist das Loch, durch das es mit Steuerwein aufgefüllt wurde und an der Wand sieht man neben alten Kelterwerkzeugen noch das Bleirohr, das verwendet wurde um den Wein wieder hochzupumpen und in Flaschen abzufüllen. Er wurde verwendet um Löhne zu zahlen.

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Die Aussicht ist grandios.

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Wir schlendern noch weiter durch die Stadt. Zur Universitätsbibliothek, die eine Sammlung aller mittelalterlichen Minnelieder enthält.

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Zum Hexenturm, Teil der mittelalterlichen Stadtmauer und auf jeden Fall irgendeine Art von Gefängnis. Übrigens gäbe es hier auch noch ein ehemaliges Studentengefängnis. Es war die Absicht jedes Studenten einmal mindestens dorthin zu gelangen. Das konnte man zum Beispiel in dem man die Sau raus lies (echt) oder nackt im Neckar badete. In diesem Gefängnis müssen sich Generationen von Studenten verewigt haben.

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Und zum Schluss zurück zum Haus des Ritters. Das einzige Gebäude, das die Franzosen stehen liessen und somit den einzigen Renaissancebau der Stadt. Warum sie es stehen liessen, weiss man nicht. Es gehörte damals einem französischen Hugenotten.

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Und das ist nun wieder einmal für lange Zeit der letzte Beitrag. Morgen geht es zurück in die Heimat. Ich möchte hier einmal noch all denen danken, die zu Hause übernommen haben, damit wir vier Wochen durch die Gegend gondeln konnten! Danke!!

Und dann war da noch …

… schlechte Musiker/-innen mit Hund. Je schlechter, desto kleiner der Hund.

… offene Geschäfte an Auffahrt, aber geschlossene Geschäfte an Fronleichnam.

… eine Einkaufsstrasse die wirklich eine Einkaufsmeile ist, sie hört nie auf.