Einen Tag für eine Stadt, dann am Besten mit dem ‚hop on hop off‘. Und auf unserer ersten Runde haben wir das Glück auf einen Busfahrer zu treffen, der die Audiotour gleich selber übernimmt und einiges mehr zu erzählen weiss. Nach einer Stunde voller geschichtlicher, geographischer und zeitgenössischer Informationen wissen wir genau, wo wir noch etwas vertiefter hinschauen wollen.
Da haben wir zuerst einmal den Triumphbogen. Ein Bauwerk, das uns schon gestern Abend aufgefallen ist. Da hat doch die eine Kaiserin zur Hochzeit ihres Sohnes Leopold mit der spanischen Prinzessin das eine Stadttor abreissen lassen und dafür diesen Triumpfbogen bauen lassen. Am 12. Tag der dreizehntägigen Hochzeit ist nun ihr Gemahl – wahrscheinlich vor Anstrengung – an einem Herzinfarkt erlegen. Nun ist die eine Seite die judihui und die andere die traurige Seite. Sie hat übrigens nicht nur das Stadttor abgerissen sondern auch noch den Burggraben auffüllen und eine Prachtstrasse errichten lassen.

Das Nächste auf unserer Liste der Dinge hat noch nicht eine so lange Geschichte, ist aber ebenfalls sehenswert: die Kobraschanze. So genannt, weil sie wie eine Schlange aussieht. Erbaut wurde sie von einer iranisch-britischen Architektin. Ein Vertikallift bringt uns zum Turm hoch und mit dem Lift geht es hoch auf die Plattform. Die Aussicht auf den Schanzentisch und auf die Stadt Innsbruck ist phänomenal. Einiges wirkt kleiner als bei den Fernsehbildern im Winter. So ist der Schanzentisch gar nicht so hoch. Das Gefälle darunter aber steil ebenso wie der Auslauf in die andere Richtung. Wie fühlen sich wohl die Skispringer die hier oben starten und direkt auf den Friedhof zufliegen?

Wenn wir schon hier oben sind, dann kommt doch noch einmal etwas Geschichte dazu. Andreas Hofer, Wirt zu irgendeinem Gasthaus hier, führte 1809 die Tiroler Jäger gegen Napoleonische Truppen an. Und sie schafften es auf eben diesem Berg das Französisch-Bayrische Heer drei Mal zurückzuschlagen. Dann wurde das aus Bauern und Jägern bestehende Heer zusammenbombardiert und der tapfere Anführer von Napoleon hingerichtet. Nun haben sie diesem Freiheitskampf ein neues modernes Museum mit einem grossen Panoramagemälde gewidmet.

Und zu guter Letzt … nein stopp … zuerst muss noch ein Stück Sachertorte sein. Immerhin haben wir schon einige Treppen überwunden und Berge erklommen, so dass etwas Kalorienhaltiges durchaus sein darf … mmmh.

Eben zu guter Letzt besuchen wir die Hofkirche. Hier hat sich der Kaiser Maximilian ein riesiges Denkmal gesetzt. Eigentlich hätte das seine Grabstätte sein sollen. Der Max hat Innsbruck geliebt und hat der Stadt zu einiger Bedeutung verholfen und er wollte eigentlich auch hier begraben werden. Dafür hat er sich ein Hochgrab bauen lassen das von 40 lebensgrossen Bronzefiguren begleitet werden sollte. Die Figuren sollten Familienmitglieder, Vorfahren und auch Vorbilder darstellen. Nun steht sein Sarkophag in der Hofkirche flankiert von 28 vollendeten Figuren (darunter aus irgendeinem Grund auch König Artus) nur die Leiche des Kaisers fehlt. Als er nämlich von Augsburg herkommend in Innsbruck einkehren wollte, verweigerten ihm die Wirte den Platz. Er hatte schon zu viele Schulden bei ihnen. Erbost zog er davon, enterbte Innsbruck und starb auf dem Weg nach Wien an Darmkrebs.

Apropo, das goldene Dachl ist auch von ihm und dort gehen wir jetzt wieder hin … Touristwatching!
Und dann war da noch:
… eine Story, die für unseren menschlichen Audioguide wichtig war. Die Geschichte eines französischen Generals (Marie Emile Bethouart), der nach dem zweiten Weltkrieg die Besatzung von Innsbruck leitete . Er war Kommandant einer marokkanischen Fremdenlegionstruppe und versuchte statt zu Besetzen zu Versöhnen. Ende der Geschichte war, dass sein Sarg als er in den 90er Jahren in Paris beerdigt wurde, von Tiroler Schützen getragen wurde.
… drei Olympiaden: 1964 regulär, 1976 kurzfristig als Ersatz für Denver und irgend in den letzten Jahren für die Jugend.
… der wunderbare Blick auf die Nordkette (Kalkalpen).
… Tafelspitz, Wienerschnitzel, Palatschinken und Kaiserschmarren
… asiatische Selfies


