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… Spaghetti Bolognese …

Also eigentlich wäre ja heute Auffahrt – das kennen sie hier aber nicht. Gut für uns. Die Läden sind offen und die Gassen pulsieren voller Leben.

Zuerst aber besuchen wir die Basilika, die prominent am Hauptplatz thront. Sie sieht nicht nur halbfertig aus, sie wurde auf Geheiss irgend eines Papstes auch nicht fertig gebaut. Geplant war ein Gebäude, grösser als der Petersdom und das schien ihm wohl doch etwas übertrieben. Nun steht nur ein Trakt und die Fassade ist nur bis in die Mitte mit Marmor bekleidet. Das Innere dieses einen Traktes ist aber schon sehenswert und gross. Einzelne der Seitenkapellen, verschiedenen Heiligen gewidmet, sind speziell. Eine Seitenkapelle ist voller Reliquien. Vorn im Chor hat es links und rechts eine Orgel und an der Stirn eine Empore für den Chor mit einem Balkon links und rechts für die Solisten. Es wäre sicher spannend hier ein Konzert zu hören.

Basilika_Reliquien

Basilika_Bologna_aussen

Basilika_Bologna
Was mich am meisten Wunder nimmt und was ich unbedingt noch googeln muss, ist diese Meridianlinie asymmetrisch quer durch die Kirche, geschmückt mit den Tierkreiszeichen. Ein Blick auf den Kompass zeigt eine Nord-Süd-Ausrichtung. Was macht die hier in der Kirche (Nachtrag: Cassini-Meridian, eine Sonnenuhr).

Meridian

Den Rest des Tages streunen wir durch die Gassen. Gelegentlich können wir durch halb offen stehende Tore in die wunderschönen Innenhöfe ‚gluusen‘. Da gibt es Gärten, schöne schmiedeeiserne Geländer und schattige Palmen. Von aussen aber sehen die Häuser und Palazzi eher bescheiden aus. Wir bestaunen die Gemüse-, Fisch-, Fleisch- und Käseausstellungen und müssen natürlich zwischendurch immer wieder etwas von den Köstlichkeiten der Emilia-Romagna versuchen. Spaghetti Bolognaise und zum Abschluss eine Gelati dürfen natürlich nicht fehlen. Keine Gegend zum Abnehmen!!

Bologna_Fische

Bologna_Gasse

Und dann war noch:
… drei Lamborghinis innerhalb von 10 Minuten
… unterirdische Kanäle, die früher mit der Adria verbunden waren und sogar einen Binnenhafen besassen.
… das Cotoletti (oder so) bolognaise, das sich als nicht gedecktes Cordon Bleu entpuppte.
… der Strassenmusiker, der mit elektrischen Schwingungen singende Sägegeräusche produzieren kann. Faszinierend zum Zuschauen, aber nach dem dritten Stück geht er einem unheimlich auf den Wecker!
… viele gute, sehr unterschiedliche Strassenmusikanten, die weniger faszinieren aber einem auch nicht auf den Wecker gehen.

… vo aute Universitäte …

Die Stadt mit der ältesten Universität der Welt ist unser Ziel heute. Die Universität Bologna ist schon fast 1000 Jahre alt und gibt zudem dem heutigen System europaweit den Namen.

Hier gibt es zum Glück wieder einen Hoho-Bus so lernen wir das Wichtigste wieder in Kürze. Die Stadt liegt am Fusse des Apennin und die Fahrt führt auch auf den ersten Hügelzug, so dass wir einen schönen Überblick über die Stadt geniessen können.

Bologna

Bevor im 19. Jahrhundert die Stadtmauer zugunsten einer Ringstrasse abgerissen wurde, hatte es in Bologna unzählige Stadttore. Einige davon haben sie noch stehen lassen. Nur wirken sie komplett verloren im Verkehr und fristen etwas ein Mauerblümchendasein.

StadttorBologna

Die Stadt strotzt nur so von Türmen. Die zwei wichtigsten davon, die als Wahrzeichen der Stadt dienen, sind der schiefe und der hohe. Erbaut je von einer Familie, die einen Wettstreit um die Höhe ihrer Türme austrug. Die Siegerfamilie wurde rasch erkoren, da der linke Turm schon bald drohte einzustürzen.

Türme

Daneben merkt man, dass Bologna lange Zeit dem Papst unterstand. Es hat Kirchen bis zum Abwinken und alle möglichen Heiligen und Märtyrer. Zum Beispiel die eine Heilige, die hier ‚La santa‘ genannt wird. Diese hat irgendwann im Mittelalter ein Konvent gegründet und hat dort ihr ganzes Leben in tiefer Einkehr gelebt. Nun ist ihr gut erhaltener Leichnam zu besichtigen. Das ist umso erstaunlicher, als im 2. WK die Kirche in Schutt und Asche gebombt wurde und nur ihre Leiche das ganze unbeschadet überstand … ein Wunder eben.

Apropos Bombe, da gab es noch das Attentat von 1980, das die Hälfte des Bahnhofs zerstörte und unzählige Leben kostete.

Aber genug der Geschichten, wir beschliessen den Nachmittag im Palazzo Albergati und besichtigen die Ausstellung von MC Escher.  Faszinierende, phantastische und verdrehte Welten.

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