So nach zwei Wochen ist wohlbekannt, wie wir unsere Tage verbringen. So natürlich auch in Zaragoza … allerdings nur per Zufall. Wir sind an einem Samstag hier und der Hoho fährt zur Zeit nur samstags.
Zuerst lernen wir aber einen typischen Zaragoneser kennen. El Cierzo, ein grauslig kalter und starker Nordwind streift durch die Gassen und wir verzichten auf den üblichen Startkaffee draussen.
Erste Station Estacio Delicias (wir müssen ja weiter planen). Vor einigen Jahren wurde er erst eingeweiht, dieser topmoderne, riesige Bahnhof. Dieses moderne Gebäude täuscht etwas über das wenig zugfreundliche Spanien hinweg. Nach Barcelona oder Madrid kommt man hier schnell und direkt. Aber wehe man möchte etwas quer durch die Gegend reisen, fast nicht möglich. Oft gibt es genau einen Zug und der macht zudem noch riesige Umwege. Um mit dem Zug von Spanien nach Portugal zu gelangen, gibt es genau zwei Möglichkeiten: von Madrid aus oder aber vom Norden her. Theoretisch können die Pyrenäen an drei Stellen per Zug überquert werden, praktisch ist es etwas schwieriger.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel fahren wir über das Gelände der Expo 2008 zum Thema Wasser. Der Park, nach dem Regisseur Bunuel benannt, beherbergt noch einig interessante Pavillons und Installationen aus dieser Zeit. Eine Brücke über den Ebro fällt uns dabei besonders auf und schafft eine direkte Verbindung mit unserem ersten Reisetag vor zwei Wochen. Sie ist von der selben Architektin wie die Sprungschanze in Innsbruck.

Dann endlich erreichen wir El Aljaferia. Ein Märchenpalast mitten in der Stadt.

Der erste Teil wurde im 11. Jhd. von einem Emir mit ellenlangem Namen erbaut. Aus dieser Zeit sind noch der Innenhof und die angrenzenden Räume sowie der Gebetsraum erhalten. Es konnten an einigen Stellen sogar noch Teile der alten Fresken wieder eingesetzt werden.



Dieser maurische Teil ist dank der Könige von Aragon erhalten geblieben. Diese haben, statt den Palast ihrer Feinde abzutragen lieber darauf gebaut, um so zu beweisen, dass sie besser sind.
Im Inneren des mittelalterlichen Teils gibt es wunderschöne Kassettendecken. Von der Kapelle der katholischen Könige, die dritten Besitzer des Geländes ist nur die Frontwand erhalten geblieben.


Speziell zu erwähnen ist noch der viereckige Turm. Das Gefängnis soll den armen Troubadour beherbergt haben, der sich in die Dame verliebt hatte die auch der Graf wollte und die Verdi als Vorlage für La Traviata diente.
Die nächsten Besitzer taten dem Gelände nicht ganz so gut. Sie brauchten es als Kaserne. Nach dem Ende der Francozeit und nachdem Aragon eine selbstverwaltete Provinz wurde bekam der Palast wieder Bedeutung. Er wurde Sitz des Senats und wurde von der UNESCO nach einer umfassenden Rennovation in die Reihe der Weltkulturerben aufgenommen.
Wieder zurück im Zentrum machen wir noch einen Rundgang um die Kirche La Seo. Diese wurde auf eine Moschee gebaut und an der Nordwand sind noch Überreste der farbigen Ornamente zu bewundern.


Zum Abschluss gibt es noch einen letzten Blick auf El Pilar bevor wir uns wiederum dem Essen und Trinken zuwenden.

Und dann war da noch …
… mindestens fünf Bekleidungsgeschäfte mit Hochzeitskleidern innerhalb einiger Meter (gefolgt vom Geschäft mit Babydingen)
… zum Unterstreichen der vorherigen Bemerkung: ganz Zaragoza ist am Samstagabend auf den Beinen, wir sehen zwei Bräute und unzählige Huhn- und Hahnenparties! Und einige davon sehr laut …
