Alle Beiträge von Monika Allemann

… vor Eiffelbrügg zum Eiffelturm …

Nachdem wir unsere, für einmal recht schwierige Planung abgeschlossen haben und uns – trotz Schlechtwetterwarnung – auf den Weg in den Norden machen wollen, werden wir von der Interrailkontingentierung gestoppt. Es gäbe doch von Avignon einen wunderbaren, direkten Zug nach Brüssel, nur sind eben alle Interrailplätze vergeben und wir müssten einige Tage warten, bis zur nächsten Gelegenheit. Also brauchen wir einen Plan B und der heisst Paris. Nach Paris kommt man immer und von Paris nach Brüssel auch … also gehen wir eben für eine Nacht nach Paris.

Also was machen mit einem halben Tag Paris: Bummel vom Arc de Triomphe über die Champs-Elysées nach dem kleinen und grossen Palais mit einem kleinen Apéro unter der Pont Alexandre III, einem Blick auf den Eiffelturm, dann weiter bis zum Obélisque.

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Abendessen in der Rue Mouffetard und einen Abschlussbummel vom Place de Pigalle zum Place de Clichy. Eben einen halben Tag um einige Klischees von Paris abzuhacken.

Und dann war da noch …

… nach vier Wochen können wir eine Studie über die unterschiedlichen Bettelpraktiken in europäischen Gross- und Kleinstädte schreiben

… vo haube Brügge u ganze Paläscht …

Natürlich fangen wir mit der berühmten Brücke an. Avignon ohne Sur le pont … geht doch einfach nicht.

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Laut der Legende soll der Hirte Bénézet aus den Ardennen hergekommen sein und lautstark verkündet haben, dass er den Auftrag von Gott erhalten habe, hier in Avignon eine Brücke zu bauen. Das Gelächter war gross und der Fürst forderte ihn auf, den grossen Felsblock, der noch auf dem Platz vor der Kirche lag – weil er eben zum Transport zu schwer war – als Baumaterial zu verwenden. Bénézet nahm den Stein (der 30 Männer nicht tragen konnte), trug in den Berg hinunter und legte ihn als Grundstein für den ersten Pfeiler ins Wasser.

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Wie immer war die Geschichte nicht halb so spannend. Bénézet war ein Verwalter und Geldsammler für die Brücke. Diese kam aber erstmals nicht viel weiter als bis zur Kapelle (in der übrigens der Bénézet beerdigt wurde bevor er dann x-mal umgebettet und am Schluss in einem Gefängnis von den Gefangenen in alle Winde zerstreut oder geklaut wurde). Als aber dann die Päpste anfingen lieber in ihren Sommerpalästen als im pestversäuchten Avignon zu leben, brauchten sie die Brücke um von der einen zur anderen Seite zu gelangen und sie wurde fertig gestellt. 22 Bögen soll sie lang gewesen sein. Aber nicht sehr breit (Tanzen konnte man sicherlich nicht auf ihr). Die Rhone hat dann im Laufe der Jahrhunderten ihre Muskeln spielen lassen und Teile weggeschwemmt. Diese wurden erst noch mit Holz repariert bis es endgültig zu spät war und sie im 18. Jahrhundert verschwand.

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Hoch über dem Domfelsen, auf dem die Stadt gebaut wurde, thront der Papstpalast. Von 1309 bis 1417 war Avignon das neue Rom, das auf Grund politischer Intrigen verlassen werden musste. Benedikt XII. baute den alten Palast mit dem kleinen Innenhof und mit einem Trakt für sich, für die Angehörigen und einen für offizielle Anlässe. Dahinter lag ein kleiner Park.

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Als dann Clemens VI nach ihm Papst wurde, baute der das ganze noch kräftig aus. Um einen Ehrenhof (der im Moment ein riesiges Theater beherbergt) kamen noch eine grosse Kapelle, diverse Säle und Türme hinzu.

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Der Saal, der für das Konklave verwendet wurde, war schon recht ansehnlich. Nur haben sie im Falle der Papstwahl an zwei Seiten die Wände herausgebrochen und mit den Nachbarsälen verbunden. War dann die Wahl durch, wurden diese wieder zugemauert und wieder neu bestrichen. Die Durchbrüche sind noch sichtbar.

Auch sonst haben es sich die Päpste recht gut gehen lassen. Mit den Abfällen aus der Küche wurden täglich 1500 Arme ernährt.

Gregor XI gelang es wieder nach Rom zurückzukehren. Das passte dem Französischen König nicht und so residierten in Avignon noch zwei Gegenpäpste.

Mmh … es gäbe noch massenhaft Geschichte vor und nach den Päpsten über Pest und Kriege, über Opern und Festivals, über Revolutionen und Gegen-Revolutionen … aber davon ein andermal …

Und dann war da noch …

… ein laues Lüftchen namens Mistral (kein Wunder heisst Avignon ‚Stadt der starken Winde‘)

… unbezahlbaren Châteauneuf-du-pape