Alle Beiträge von Monika Allemann

… vo holländische Bärge …

Heute haben wir den St. Pietersberg bestiegen und uns vor den Führungen im Bergchalet verpflegt. Kein Witz, das heisst so. Vor den Toren von Maastricht gibt es einen Hügel. Auf dem Hügel thront ein Fort und darunter hat es Kalksteinhöhlen.

Zuerst liessen wir uns zum Fort führen. Und so beginnen die Geschichten. Die Stadt und ihre Befestigungen waren sehr gut, bis Ludwig XIV. kam und der Stadt ein schnelles Ende bereitete. Er hatte nämlich Vauban dabei und der hat für einmal nicht Schanzen gebaut, sondern gewusst, dass er seine Kanonen von hier oben viel effektiver einsetzen konnte.  Bei dieser Schlacht, die nur 13 Tage dauerte, soll übrigens auch d’Artagnan mit einem Halsschuss ums Leben gekommen sein.

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Damit so was nicht noch einmal vorkommt, haben sie hier eben dann ein Fort gebaut. Mit einem Brunnen bis in die Höhlen hinunter, damit sie Wasser zum Kühlen der Kanonen hatten,

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schön regelmässig verteilten Schiessscharten und einem Rufloch nach oben, damit der Kommandant wusste, woher der Feind kam.

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Obschon es sowohl innen wie aussen gleich viele Schiessscharten hatte, konnten die Musketen im Inneren in drei Richtungen abgefeuert werden, da sich die Schiessscharten überkreuzten.

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Später wurde dann noch eine Schicht Kanonen darauf gebaut und zu guter Letzt noch einen Aussichtspunkt für die Fliegerbeobachtung im 2. WK.

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Gleich im Anschluss gibt es noch eine Führung in die Kalksteinhöhle. Natürlich ist es keine Höhle sondern die ellenlangen Gänge eines über Jahrhunderte benutzten Steinbruchs.

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Die Kalkschicht ist ca. 80 m dick und komplett durchlöchert. Auf dem Bild ist nur ein Viertel der Gänge zu sehen. Grosse Teile befinden sich auf belgischem Boden. Alles was über der roten Linie ist, wurde vom zeitgenössischen Grubenbau ausradiert. Der blauen Linie sind wir gefolgt.

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Hier gibt es Zufluchtsorte für drei Familien vor französischen Angriffen. Es gibt ‚ich war hier‘-Anschriften von jüdischen Flüchtlinge, die durch die Gänge nach Belgien geführt wurden und von amerikanischen GI nach der Befreiung.

Es gibt auch einen kapellenartigen Raum, der wurde geschaffen als die französischen Truppen das Fort von unten her sprengen wollten. Mit wenig Erfolg, zumal sie neben technischen Fehlern mehr als 100 m daneben lagen.

Ausserdem haben sie in diesem Kalkstein fünf grosse Saurier gefunden. Den letzten erst vor einigen Wochen.

Zum Schluss haben wir noch 70 m in kompletter Dunkelheit zurückgelegt. Ein ganz spezielles Gefühl.

Und dann war da noch …

… ein ganz gutes Restaurant mit dem Namen Il y a …

 

… u jtz näme mer no d Maas …

Bevor wir Belgien verlassen, noch eine kleine Überraschung beim Umsteigen. Das ist doch für einmal ein Bahnhof! Liège-Guillemins ist der Hauptbahnhof der Stadt Lüttich. Ein Bau von Santiago Calatrava (der begegnet uns auch nicht das erste Mal), eingeweiht 2009.

Lüttich

In Maastricht machen wir für einmal unseren eigenen Stadtrundgang. Der führt uns zuerst einmal, ganz gemein, durch all die Gassen mit den schönen Kleider-, Schuh- und Taschengeschäfte. Aber das ist ein anderes Thema. Dann stehen wir vor der Basilika ‚Onze Lieve Vrouwe‘  (Liebfrauenbasilika) und staunen nicht schlecht über das Äussere dieser Basilika, deren Bau bereits um das Jahr 1000 begonnen hat. Mit den Schiessscharten sieht sie eher wie eine Festung aus.

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Auch das Innere bietet einige Überraschungen. So gelangen wir in die Kirche durch die Marienkapelle, deren einzige Beleuchtung die vielen Kerzen sind.

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Das Hauptschiff ist sehr dunkel, wenig Beleuchtung und dunkler Steinboden sind teilweise der Grund dafür. Für einmal ist nicht der Altarraum Hauptaugenmerk sondern die Rückwand. Unten kommt Licht durch ein kleines Fenster, in der Mitte ist ein einfaches Kreuz beleuchtet und darüber strahlt die wunderschöne Orgel aus dem 17. Jahrhundert. Eine Orgel mit bemalten Flügeln, wie ein Altar.

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Das ehemalige Wachthaus hinter der Basilika bietet übrigens eine wunderbar breite Palette an Eisaromen.

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Entlang der ehemaligen Stadtmauer kommen wir dann zum Helpoorte. Das Höllentor ist das älteste Stadttor in ganz Niederlande. Durch eine enge Wendeltreppe kommt man in den ersten Stock, der heute ein kleines Museum beherbergt. Von hier aus hätte man früher aus fünf Löchern im Erker Steine auf die Angreifer werfen können.

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Auf der anderen Seite steht das Pesthaus, eine ehemalige Mühle.

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Durch das Universitätsviertel mit dem van Eyck-Museum gelangen wir noch zur St. Janskerk mit ihrem roten Turm und die St. Servasbasiliek.

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Diese beiden Kirchen stehen am Vrijthof-Platz und der hat auch so einige Strassenkaffees zu bieten, die uns anlocken.