Thurlwood – Wheelock

(Trent & Mersey Canal)

Die zurückgelegte Strecke am heutigen Samstag ist eher klein. Dafür kämpfen wir uns durch 14 Schleusen. Zum Glück können wir uns beim Kurbeln und beim Fahren ablösen, so dass sich der Muskelkater danach in Grenzen hält. Wir mooren (fast ein deutsches Wort) in Wheelock, einem kleinen Dorf mit mindestens zwei Restaurants.

In der Nähe liegt die Stadt Sandbach. Ein wahres Bijoustädtchen. Der Marktplatz mit den den alten Häuser rund herum – eines davon sogar noch mit Rieddach – ist absolut malerisch.

Auf dem Weg zur Altstadt von Sandbach.
Das Rathaus von Sandbach.

Leider wäre heute Markttag gewesen. Leider deshalb, weil wir zu spät sind um den Markt noch zu erleben und zu früh um die Stadt ohne Sonnenschirme und Marktstände in diversen Auflösungszuständen zu fotografieren.

Spezielle alte Kreuze auf dem Marktplatz von Sandbach.

Für kurze Zeit können wir draussen ein Glas Wein geniessen, danach setzt der Regen wieder ein und begleitet uns auf dem Weg zurück zum Boot. Sandbach hat übrigens auch ein wunderschönes Schulgelände – kommt fast an Hogwarts heran.

Stoke-on-Trent – Thurlwood

(Trent & Mersey Canal)

Heute treffen wir auf eine der Herausforderungen dieser Reise, den Harecastle Tunnel. Der erste Tunnel hier wurde 1777 gebaut. Zu dieser Zeit mussten die Boote noch liegend mit den Füssen an der Decke durch geschoben werden. Der Tunnel war 1.75 Meilen lang, im 18. Jahrhundert eine wahre Meisterleistung. 1827 folgte dann der zweite Tunnel, der hatte dann doch noch einen Pfad, so dass die Pferde mit in den Tunnel genommen werden konnten. Die beiden Tunnel wurden dann als Einbahnkanäle benutzt. Im 20. Jahrhundert ist der alte Tunnel dann so weit abgesunken, dass er nicht mehr gerettet werden konnte und geschlossen wurde. Der Tunnel aus dem 19. Jahrhundert kann noch befahren werden.

Langsam nähern wir uns der Tunneleinfahrt und entdecken vor uns mindestens fünf Boote. Das ist kein Problem, schliesslich werden immer acht Boote im Konvoi durchgelassenn. Kaum haben wir festgemacht kommt der Kapitän vom Vorboot mit der Hiobsbotschaft, dass eine Explosion in der Nähe (dessen Ursprung ich immer noch nicht weiss) den Tunnel möglicherweise beschädigt hat und er erst kontrolliert werden muss. Dies könne bis in den Nachmittag hinein dauern und bei negativem Bescheid eine wochenlange Schliessung verursachen. Trotz dieser Option kommt der Tunnelwärter und nimmt uns auf die Liste. Horn, Licht und Schwimmwesten werden kontrolliert und Instruktionen erteilt. Was wir machen müssen, wenn wir fest sitzen und noch anderes.
Zum Glück ist es dann doch nicht so schlimm, das Arbeitsboot kommt raus und nach kurzer Diskussion fährt das erste Boot ein. Auf Zeichen des Tunnelwärters folgt dann eines nach dem anderen. Die Einfahrt ist ja noch einigermassen normal, was dann folgt sind 45 Minuten gerade aus durch einen Tunnel der etwas breiter als das Boot ist und zwischendurch zum Absitzen zwingt, weil die Decke so tief ist. Ausser der eigenen Vollbeleuchtung durch das ganze Boot sind die Lichter der Boote vor und nach uns zu sehen, das ist alles. Und kalt ist es in diesem Tunnel!

Der Südeingang zum Harecasteltunnel,
45 Minuten lang spezielle Beleuchtung.

Eine spezielle Erfahrung. Trotzdem freuen wir uns darauf, wieder die Sonne zu sehen.

Wir fahren noch weiter bis Thurlwood, wo wir nach den Schleusen und dem Tunnel ziemlich geschafft ankommen.

Sieht oft einfacher aus als es ist.

Die letzte Herausforderung an dem Tag ist noch im Broughton Arms an der Bar das Essen und das Trinken zu bestellen und hoffen, dass das Servierte das Bestellte ist. Ein schöner Sonnenuntergang und ein kurzer Abendspaziergang beschliessen den Abend.