Wetter: bedeckt, regnerisch und zwischendurch recht windig, 8°C
Während des Frühstücks machen wir einen grossen Schritt über den Polarkreis und sind wieder zurück in der ’normalen‘ Welt.
Verhangene Berge, schneebedeckte Gipfel
Gemütlich und ruhig geht es südwärts. Die Stops sind nur kurz, die Wälder werden wieder goldener … ein Tag um im Warmen zu sitzen und zum Fenster rauszuschauen.
Ganz kurz die Füsse vertreten wir uns in Brønnøysund. Ein kurzer Spaziergang am Quai entlang, damit das Essen am Abend auch wieder irgendwo ein Plätzchen findet.
Die Mitte von Norwegen.Nein, wir waren nicht tauchen.
Nach dem Abendessen verzichten wir darauf, die Kabine über die Treppe zu erreichen … ob die Stufen bei dem Seegang überhaupt zu treffen sind …
Schon recht früh geht es los in Harstad, erste Station ist die Kirche in Trondenes. Die massive romanische Kirche hat schon vielen Stürmen getrotzt. Absolutes Novum auf einer Rundreise … Besichtigung gibt es nach einer kurzen Predigt, einem mehrsprachigen Vaterunser und dem Singen von Lobet den Herren, ebenfalls mehrsprachig (und auch mit seehr unterschiedlichen Tempi).
Die Trondeneskirke (13. Jhd)Altarraum mit Holzschnitzereien.
Gleich daneben befindet sich das Historische Museum von Harstad. Recht anschauliche wird von der Besiedlung von der Steinzeit bis zur deutschen Besatzung berichtet. Gleich neben der Kirche war ein Lager für russische Kriegsgefangene, welche zum Bau von Abwehrstellungen eingesetzt wurden … es haben sogar noch ein paar wenige überlebt.
Weiter geht die Fahrt dem Kæsfjord entlang, über Stock und Stein bis hinüber nach Sortland.
Mitten im Fjord eine landwirtschaftlich genutzte Insel.Der See am Ende des Fjordarmes wird bei Flut regelmässig mit Salzwasser versetzt.Der Trollberg hoch über dem Fjord.Trolle versteinern ja, wenn sie der Sonne ausgesetzt werden … der da hat es nicht geschafft.
In Sortland gehen wir wieder an Bort der Nordnorge und fahren nach Stokmarknes, der Geburtsort der Hurtigruten. Hier hatte Richard With die Vesterålen Dampfschiffgesellschaft ins Leben gerufen. Hier steht auch das neue ziemlich imposante Hurtigrutenhus.
Die MS Finnmarken ist Teil des Hurtigrutenhus.
Die Fahrt von Stokmarknes führt weiter durch die enge Passage des Raftensund zum Trollfjord. Nun einmal fast noch bei Tageslicht.
Es ist und bleibt ein Spektakel, wenn das Schiff in die 100 m breite Passage einfährt und nach knapp 2 km zwischen zwei Felswänden an Ort eine Wende macht. An der breitesten Stelle ist der Trollfjord gerade mal 800 m breit.
Einfahrt in den Trollfjord.Blick in den Trollfjord.
Dieser Fjord war übrigens im 19. Jahrhundert Ort einer Schlacht zwischen Dampfschifffischer und lokalen Fischer. Die ersteren versuchten die anderen von den Fischen fernzuhalten worauf die anderen die ersteren enterten. Das führte zum Verbot der Senknetze.
Nach einem frühen Abendessen verlassen wir das Schiff in Svolvær und fahren mit dem Bus über die Lofoten zum Ponyhof. Nach einer kurzen Einführung reiten wir dem Strand entlang und durch die Dünen der Lofoten. Der Bus bringt uns anschliessend nach Stamsund zurück zum Schiff. Der Ausritt war cool auch wenn das Nordlicht nur ganz zaghaft durch die Wolken schimmerte. Aber insgesamt hört sich er Ausflug quer durch die Lofoten besser an als es war: es war nämlich stockdunkel. Ein Ausflug, der nur unter Mitternachtssonne Sinn macht.
Nächster komischer Anzug mit Sif, dem Islandpony.
Nun erwarten uns noch zwei ruhige Tage bis Bergen. Endlich können wir Ferien machen 🙂